U16-Mehrkämpferinnen trotzen schlimmsten Wetterkapriolen

Württ. Mehrkampf Mehrkampmeisterschaften U16 in Weingarten (04.10.2020)

Erstellt von ft |

Eine Prüfung der unangenehmen Art bestand das 3-köpfige Team der weiblichen U16 des LVP in Weingarten am Wochenende bei den Landesmeisterschaften im Mehrkampf als Abschluss der "Late Season". Late könnte man dabei getrost mit schlechtem Wetter übersetzen, denn die Bedingungen, die gleich zu Beginn des Wettkampfes herrschten, ließen eher an einen Wintersturm denken als an schmuddeliges Herbstwetter. Acht Grad, stürmischer Wind und dadurch Regen von vorne und der Seite, fliegende Pavillons und Athleten, die mit Handschuhen starteten – das war das Bild, das sich den Mädels, Trainer Philipp Schneider und Physio Christian Läßig bot.

War es beim Einspringen des Hochsprungwettbewerbs noch einfach nur nass, so wurde es während des Wettkampfes minütlich kälter und die Athletinnen waren schon komplett durchgefroren, als es zur Sache ging. Tapfer kämpften sie sich im Rahmen der Möglichkeiten mehrfach über die Latte auf die durchnässte Matte und übten sich im möglichst schnellen An- und Ausziehen der ebenfalls bald durchnässten Jacken. Alle blieben am Ende ca. zwei Höhen unter ihrem derzeitigen Leistungsvermögen, Katja Wildgruber war mit übersprungenen 1,36m die beste LVlerin. Erschwerend kam hinzu, dass aufgrund der Coronabestimmungen die Umkleiden nicht benutzt werden konnten, sodass man sich zwischen den Disziplinen auch nicht irgendwo aufwärmen konnte.

Zwar wurde es nach dem Hochsprung wettertechnisch etwas besser, doch einmal durchgefroren war in Sachen Spritzigkeit über die 100m nicht viel zu erwarten. Alle blieben auch hier 0,5 bis 0,8 Sekunden unter ihren Möglichkeiten. Mit 14,13s war Katja auch hier die beste LVlerin. Auch zum Weitsprung, der dritten Disziplin, besserte sich das Wetter wieder etwas – von regulären Bedingungen konnte man aber auch hier nicht sprechen. Am besten machte es hier Luisa Votteler, die mit 4,62m sogar die siebtbeste Weite aller W14-Athletinnen sprang.

Zum Abschluss des ersten Tages stand das Kugelstoßen an, die Anlage glich hier am ehesten einem Sumpfgebiet, die Kampfrichter trugen teilweise Skihosen. Im Laufe dieser Disziplin zeigte sich aber tatsächlich die Sonne und ebenso erreichten die LV-Mädels hier nach einem vorsichtigen ersten Versuch im zweiten dann erstmals an diesem Tag Normalform und es gab sogar die erste Bestleistung. Am weitesten wuchtete Lina Blumenstock erwartungsgemäß das 3kg-Gerät in den Schlamm – sie kam auf 8,44m. Aber auch Luisa (7,23m) näherte sich ihrer Bestleistung und Katja stellte mit 6,77m eine neue auf. Immerhin konnte man den ersten Tag so mit etwas Positivem beenden und die allgemeinen Trocknungsmaßnahmen konnten beginnen.

An Tag zwei war man schon damit zufrieden, dass es nicht regnete und zweistellige Temperaturen herrschten – und auch die Sonne zeigte sich zunehmend, was die allgemeine Stimmung deutlich hob. In der Zitterdisziplin Speerwurf hatten Lina und Katja im letzten Versuch etwas Pech, da ihre deutlich weiteren Versuche knapp ungültig waren. Dennoch konnten alle einen akzeptablen Versuch verbuchen und Luisa steigerte sich auf 16,52m.

Mit den 80m Hürden ging es dann zur vorletzten Disziplin des 7-Kampfes, im Sonnenschein liefen hier dann alle drei richtig gut. Lina mit neuer Bestleistung von 14,52s, Katja mit 13,31s auf den starken Rang sechs des Feldes und Luisa mit 13,43s auf Rang acht. Auch über die abschließenden 800m zeigten sich alle von ihrer besten Seite, am schnellsten lief Katja mit 2:49min – dabei steigerte sie sich um satte zwölf Sekunden. Auch Luisa steigerte sich und blieb nach einem mutigen Lauf mit 2:57min erstmals unter drei Minuten. Lina bestätigte nach großen Kampf auf der Zielgeraden ihre Bestzeit von 2:51min.

In der Gesamtabrechnung landeten die drei auf Rang elf der Mannschaftswertung (8.664 Punkte). Die beste Einzelplatzierung erreichte Luisa mit Rang 16 (2.925 Punkte), Katja kam mit nur acht Punkten weniger (2.917 Punkte) auf Rang 18. Lina erreichte mit 2.822 Punkten Rang 26. Alles in allem waren dann doch alle zufrieden, stellte doch – trotz des Wetters – jede mindestens eine neue Bestleistung auf.

Alle Ergebnisse hier: www.ladv.de

Für die U16er war es das damit mit der Saison 2020, die Corona-bedingt sicher eine besondere und sehr lange war, genau wie dieser Wettkampf in Weingarten, den die Mädels sicher nicht so schnell vergessen werden.

Zurück